Die Strecke

 

Bahnstrecke Betzdorf - Olpe - (Bestwig)

Teilstück Kirchen - Freudenberg - Olpe -DB-Strecke 2882, Kursbuchstrecke 361, ab 1993 = 442

  Streckenrückbau 2003 im Bf Niederfischbach

 

Für den Personenverkehr eröffnet wurde der Abschnitt Kirchen - Freudenberg am 15.08.1888. Einige Zeit später, genau am 1.11.1907 konnte man dann durchgehend nach Olpe (und weiter) fahren.

Im gebirgigen "klein Tirol", aufwärts des Freudenberger Gambachtales waren einige Durchbrüche und hohe Aufschüttungen, ja sogar ein 130m langer (Hohenhainer) Tunnel zu erbauen.

 

Eröffnung der einzelnen Abschnitte

Kirchen - Wehbach am 1. Juni 1887, Wehbach - Freudenberg am 15.08.1888.

Gleisanschlüsse (von Kirchen aus)

Lokomotivfabrik Arnold Jung Jungenthal GmbH (bis 1994),

Wehbacherhütte mit Nebenanschließern und 300m langer Drahtseilbahn zur Wehbacher Sandhalde im Bahnhof Wehbach (bis 1990),

Grube Glücksbrunnen mit ca. 500m langem Anschlussgleis Richtung Harbach (1887-1930),

Grube Wilhelmine (Wüstseiten) mit ca. 400m langem Anschlussgleis (bis 1928),

Anschlussstelle Büdenbender (bis 1993),

Anschlussstelle der Deutschen Bundesbahn im Bf Niederfischbach,

Grube Fischbacherwerk (Stürzgerüst mit ca. 2km langer, schmalspuriger Anschlussbahn zur Grube und zur Hütte), danach Siegener Blechwarenfabrik / Fa. Sonesson

(ab 1920 bis 1990), Werk 2 der Fa. Kleusberg

Fa. Albert Klein GmbH und Anschlussbahn der Stadt Freudenberg bis Niederndorf,

Fa. Landruf / Siebel,

Anschlussstelle der DB in Freudenberg,

 

Werkslokomotiven der Anschließer und Anschlussbahnen

Fa. Jung Jungenthal - vier Dampfloks, zwei Köf II

B2nt (Jung ?/1900), Bn2t (Jung 3582/?) mit 50PS, B-dm (Jung 3882/1930) mit 30PS,

B-dm (Jung 8810/1941) mit 88PS, B-dh (Gmeinder 4888/1956) Köf II,

B-dh (Deutz 57260/1959) Köf II

Wehbacher Hütte - drei Dampfloks Bn2t (Jung 2577/1917) mit 225PS,

Bn2t (Henschel 16699/1919) , Dn2t (Jung 3709/1926) mit 360PS (unspr. ESE)

Fa. Büdenbender - eine B-dm 10689, 88PS dann schienengängiger Unimog

Grube Fischbacherwerk - zwei Dampfloks (750mm)

Bn2t (Jung 42/1888) mit 95PS und B2nt (Krauss 4178/1901) mit 90PS

Blechwarenfabrik - eine Kleindiesellok - B-dm (Jung 13274/1960) mit 24PS

1993 an Rheinisches Industriebahnmuseum in Köln

Fa. Albert Klein GmbH und Co. KG - B-dm (Jung 8821/1940) mit 44PS

1993 an Rheinisches Industriebahnmuseum in Köln

Streckengeschichte  

Das Teilstück Kirchen -Freudenberg war zur Zeit der Schwerindustrie wie Gruben und Hütten von existenzieller Bedeutung für die Betriebe des Asdorftals.

Aber auch viele Betriebe im nahen Sauerland um Rothemühle und Olpe wünschten sich eine Eisenbahn in Richtung Siegen, da der Weg über Finnentrop recht lang war.

Doch schon mit dem allmählichen Niedergang der eisenerzverarbeitenden Betriebe in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wegen Absatzmangels machte sich dies auf der Asdorftalbahn bemerkbar.

Im Personenverkehr spielte nur der Nahverkehr mit relativ kurzen Personenzügen, bespannt mit den Baureihen 38, 55, 57, 89, 78, aber auch 50 und 52, später mit V60/ 260  und V100 /212 (auch Gz-Verkehr) sowie natürlich mit den "roten Bombern" VT 795/798 eine Rolle.

Ab Mitte der fünfziger Jahre wurden noch einige zusätzliche Haltepunkte, die speziell auf diese Schienenbusgarnituren zugeschnitten waren, eingerichtet.

Doch auch dies half nicht, den Niedergang der Strecke zu stoppen.

Ab den siebziger Jahren dünnte die Bundesbahn die Fahrpläne immer mehr aus, so dass die Fahrgäste gezwungen waren, auf das Auto oder den Bahnbus umzusteigen.

Zudem war das Asdorftal (hauptsächlich Freudenberg und Niederfischbach) mehr auf die nahe Großstadt Siegen ausgerichtet, die mit dem Zug über Kirchen nur schwer (und vor allen Zeitaufwendig) zu erreichen war.

So war zum Fahrplanwechsel am 28. Mai 1983 Schluss mit dem Personenverkehr zwischen Kirchen und Olpe.

Der Güterverkehr, auch wenn dieser in den letzten Betriebsjahren recht spärlich ausfiel, wurde noch bis Mai 1994 aufrecht erhalten. Dann war auch hier Schluss.

Ein paar Highlights gab es schon auf der Strecke. So zum Beispiel die Bigge-Sonderfahrten im Sommer 1985. Dies waren einige sechsteilige Schienenbuspaare, die von Siegen nach Sondern fuhren und sich recht großer Beliebtheit erfreuten.

Zu diesem Zeitpunkt war der Abschnitt Kirchen -Freudenberg und Rothemühle - Olpe schon offiziell für den Personenverkehr stillgelegt worden. Der Abschnitt Freudenberg - Rothemühle war sogar schon stillgelegt worden und sah demnach auch entsprechend aus. Doch trotzdem waren diese Fahrten ein voller Erfolg.

Im Jahre 1987 stellte die Bundesbahn die Gemeinden an der Strecke dann vor vollendete Tatsachen. Das Teilstück Freudenberg -  Rothemühle (Anst. Brandt & Kritzler) wurde abgebaut. Das kuriose daran ist, dass der Hohenhainer Tunnel zwei Jahre zuvor unter Millionenaufwand saniert worden war. Dieses Vorgehen war bei der Deutschen Bundesbahn durchaus typisch. Auch wenn man das als „Otto-Normalbürger“ wohl eher als herausgeschmissenes Geld betrachten würde. Somit war die Strecke unterbrochen und ein durchgehender Verkehr (wie im zweiten Weltkrieg, als die Ruhr-Sieg Strecke unterbrochen war oder während der Elektrifizierungsarbeiten) unmöglich geworden.

Mittlerweile ist innerhalb des Stadtgebietes von Freudenberg die Trasse komplett zugeschüttet, die meisten Brücken abgebrochen und Bahndämme abgetragen.

Zwischen dem Haltepunkt Asdorfer Weiher und dem Bahnhof Freudenberg wurden die Gleisanlagen kürzlich (im Mai/ Juni 2000) auch entfernt, um die Verlegung der Hauptstraße in Freudenberg nicht zu behindern.

Noch zu erwähnen wäre der Einsatz des Schi-Stra Busses (an Sonntagen) zwischen Betzdorf und Olpe, der aber nur kurze Zeit andauerte. Abgesehen von einigen umleiter D-und Eilzügen sowie schweren Güter (Munitions)zügen zur Kriegszeit wurde die Strecke Kirchen -Freudenberg -Olpe nur zu gelegentlichen Sonderfahrten von hochwertigen Zügen (wie VT 601 Trans-Europa-Express) befahren.

Weit fortgeschrittener Rückbau.

Anschlußstelle Siegener Bleckwarenfabrik mit LOK 3 der ATB im Sommer 2003.

Abbaubagger an der Weiche 5 im Bf Niederfischbach

Bü Niederfischbach 1 (Hauptstraße) während des Rückbaus

In der Nähe des Hp Fischbacherhütte und Hp Eicherhof